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Das Geheimrezept: 60/40 oder 80/20?

60/40 oder 80/20: die Aufteilung, die 90 % Ihrer Rendite über 25 Jahre entscheidet.

Fortgeschritten
7 Min.
Mechanismen
Zuletzt aktualisiert ·
Von Das Let's Go FIRE-Team
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Asset Allocation: der Hebel, der 90 % Ihrer Rendite ausmacht

Wie Sie Ihr Geld auf Aktien, Anleihen, Immobilien und Cash verteilen: das ist die Entscheidung, die 90 % Ihrer langfristigen Rendite ausmacht. Mehr als die ETF-Wahl, mehr als der Einstiegszeitpunkt. Bevor Sie die «richtige Aktie» suchen, legen Sie Ihre Aufteilung fest.

Die 4 Mixe, die 95 % aller FIRE-Pläne abdecken

Vier Allokationen dominieren die Literatur und reale Portfolios. Jede entspricht einem anderen Horizont und einer anderen Schmerzgrenze. Finden Sie unten Ihre.

Die Altersregel: «110 - Ihr Alter = % in Aktien»

Mit 30 Jahren, 80 % in Aktien. Mit 50, 60 %. Mit 70, 40 %. Logik: Je jünger Sie sind, desto besser absorbieren Sie einen Crash, denn Sie haben Zeit, ihn auszugleichen. Ein Ausgangspunkt, keine Wahrheit.

Die großen Allokationsprofile

  1. 100/0: Rendite ~10 %/Jahr, Volatilität ~16 %. Für junge Anleger mit 20+ Jahren Horizont.
  2. 80/20: Rendite ~9 %, Volatilität ~13 %. Der FIRE-Sweet-Spot in der Ansparphase.
  3. 60/40: Rendite ~8 %, Volatilität ~10 %. Der Klassiker, ideal in der Entnahmephase.
  4. 40/60: Rendite ~6 %, niedrige Volatilität. Für rentennahe Anleger.

Beispiel: Der Einfluss auf Ihr FIRE

Gleiches Startkapital (50.000 €), gleiche Einzahlungen (500 €/Monat), 25 Jahre Horizont. Mit 100 % Aktien (10 %): ~680.000 €. Mit 60/40 (7,5 %): ~510.000 €. Differenz: 170.000 €, also rund 5 Jahre Vorsprung Richtung FIRE. Die Kehrseite: 2008 verlor 100 % Aktien -38 %, während 60/40 nur -22 % verlor.

⚠️ Schlechte Allokation = guter Plan sabotiert

Eine Allokation zu kopieren, ohne Ihren Horizont und Ihre Risikobereitschaft zu berücksichtigen, führt oft dazu, zum schlechtesten Zeitpunkt zu verkaufen. Eine theoretisch optimale, aber psychologisch unerträgliche Allokation wird kontraproduktiv.

Das Wesentliche

  • 160 % Aktien + 40 % Anleihen = Standard-Balance Rendite/Risiko.
  • 2Altersregel: 110 − Alter = % Aktien (30 J. → 80 %, 50 J. → 60 %).
  • 3In der Ansparphase 80/20 oder 90/10 anstreben. In der Entnahmephase Glide-Path zu 60/40.
  • 4100 % Aktien vs 60/40 über 25 Jahre: ~170 000 € Differenz, ~5 Jahre Vorsprung zu FIRE.

Häufig gestellte Fragen

In einer langen Ansparphase (15+ Jahre) maximiert 80-100 % Aktien die erwartete Verzinsung (~7-8 % real). Über 25 Jahre erzeugt 100 % Aktien vs 60/40 ~33 % mehr Kapital bei gleichem Aufwand, also 5 Jahre früheres FIRE. Der Preis: hohe Volatilität (Drawdowns -40 %).

Welt-ETF (MSCI World, FTSE All-World) ist der FIRE-Standard: sofortige Diversifikation, niedrige Gebühren (0,15-0,30 %/Jahr), kein Stock-Picking. Einzelaktien fügen unbelohntes Risiko hinzu (spezifische Volatilität ohne erwartete Mehrrendite) und erfordern erheblichen Rechercheaufwand.

Klassischer Glide-Path: 90/10 bis T-10, 80/20 bei T-7, 70/30 bei T-3, 60/40 bei FIRE. Das «Bond Tent» von Pfau und Kitces geht weiter: Anleihen-Spitze (50-60 %) im 1. FIRE-Jahr, dann Rückgleiten zu 70/30. Ziel: Sequenzrisiko neutralisieren.

0-30 % in der Ansparphase (mäßige Rendite-Bremse), 30-50 % in der Entnahmephase (Stabilisator). Kurze Staatsanleihen (1-5 Jahre) schützen in Rezessionen; lange Anleihen leiden bei Inflation. Im Euroraum reichen diversifizierte Anleihe-ETFs (Bund, OAT, BTP) für die meisten Pläne.

Quellen und Referenzen